Pflegesachleistungen

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Pflegesachleistungen (häusliche Pflegehilfe)

  • Die Leistungsinhalte der Pflegesachleistungen werden von ambulanten Pflegediensten erbracht und sollen
  • die Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten des Pflegebedürftigen so weit wie möglich durch pflegerische Maßnahmen beseitigen oder mindern und
  • eine Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit verhindern.

Ansprüche je Kalendermonat:

Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
125 Euro

Anspruch nur über den Entlastungsbetrag

689 Euro
1.298 Euro
1.612 Euro
1.995 Euro
Die Pflegebedürftigen können den ihnen zustehenden Leistungsbetrag
entsprechend ihren Bedürfnissen und Wünschen
auf die körperbezogenen Pflegemaßnahmen,
die pflegerischen Betreuungsmaßnahmen und
die Hilfen bei der Haushaltsführung aufteilen.

Die Leistungen nach § 36 SGB XI stehen hierbei gleichrangig nebeneinander. Es besteht bereits dann ein Anspruch auf Pflegesachleistungen, wenn mindestens einen Tag im Monat ein Anspruch auf die Leistung bestand. Im Gegensatz zum Pflegegeld wird bei den Pflegesachleistungen nicht gekürzt, wenn der Anspruch nicht für einen vollen Kalendermonat besteht.

Pflegebedürftige, die in einer Altenwohnung oder einem Altenwohnheim wohnen, haben auch Anspruch auf Pflegesachleistungen. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Haushaltsführung vom Pflegebedürftigen noch eigenständig bewerkstelligt werden kann. Pflegesachleistungen können auch beansprucht werden, wenn die stationäre Einrichtung selbst einen ambulanten Pflegedienst betreibt, der die Leistungen erbringt, und der Pflegebedürftige von seinem Wahlrecht Gebrauch machen kann – also die Möglichkeit hat, auch einen anderen Pflegedienst zu wählen.

Pflegebedürftige, die in einem Pflegeheim vollstationär versorgt werden, haben keinen Anspruch auf Pflegesachleistung.

Pflegebedürftige, die in einer nicht zugelassene Pflegeeinrichtung untergebracht sind, können Pflegesachleistung beanspruchen.

Die Leistungserbringer rechnen Ihre Leistungen (Pflegesachleistungen) direkt mit den zuständigen Pflegekassen ab. Bei Kombinationsleistung (gleichzeitiger Bezug von Sachleistungen und Pflegegeld) wird das Pflegegeld entsprechend gekürzt.

Umwandlungsanspruch

Wenn der Höchstleistungsbetrag der Pflegesachleistungen nicht voll ausgeschöpft wird, kann nach § 45a Abs. 4 SGB XI der nicht verwendete Teil der Pflegesachleistungen für die Erstattung von Aufwendungen für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verwendet werden. Die Ansprüche auf Pflegesachleistung können in einem Umfang von bis zu 40 Prozent umgewandelt werden. Hierfür ist ein Antrag bei der Pflegekasse zu stellen.

Im Fall der Kombinationsleistung (gleichzeitiger Bezug von Sachleistungen und Pflegegeld) wird die Höhe des Pflegegeldanspruchs durch eine Umwidmung überproportional verringert. Auf CareIO.de können Interessierte kostenlos einen Account erstellen, um den Hilfebedarf von Betroffenen zu ermitteln, die Leistungen zu planen und die Kosten für den Hilfebedarf bzw. bei Umwidmung die Verteilung der Ansprüche zu kalkulieren.

Poolen der Ansprüche auf Pflegesachleistung

Pflegebedürftige können die Ansprüche „poolen“. Das heißt, dass Pflegebedürftige, die in einer Wohngemeinschaft oder in räumlicher Nähe leben, die Pflegesachleistung zusammen abrufen können. Dies bedeutet, dass die Pflegesachleistungen von mehreren Pflegebedürftigen gemeinsam in Anspruch genommen werden können. Die sich hierdurch ergebende Zeit- oder  Kostenersparnis können sie dann für anderes nutzen. Die Einsparung kann sich beispielsweise dadurch ergeben, dass Einkäufe für die Pflegebedürftigen zusammen erledigt werden können oder die Mahlzeiten für mehrere Pflegebedürftige gemeinsam zubereitet werden können. Die Pflegebedürftigen können frei entscheiden, ob sie an einem solchen Pool teilnehmen möchte. Hierbei sind die Zeit- oder Kosteneinsparungen ausschließlich im Interesse der Pflegebedürftigen zu nutzen. Das bedeutet, dass die Pflegebedürftigen selbst entscheiden, ob mit den eingesparten finanziellen Mitteln Aufwendungen für weitere Pflegeleistungen bezahlt werden.

Leistungsinhalte der häuslichen Pflegehilfe

Körperbezogenen Pflegemaßnahmen

Mobilität und Selbstversorgung nach § 14 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 4 SGB XI

  • Waschen, Duschen, Baden
  • Kämmen
  • Mundpflege/Zahnpflege
  • Rasieren
  • Darm- und Blasenentleerung
  • An- und Auskleiden
  • Selbstständiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen
  • Gehen, Stehen, Treppensteigen
  • Mundgerechtes Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung
  • Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung

Pflegerischen Betreuungsmaßnahmen

Nach § 14 Abs. 2 Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 6 SGB XI

  • Hilfen in den Bereichen der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten, Verhaltensweisen, psychischen Problemlagen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
  • Unterstützungsleistungen zur Bewältigung von Gefährdungen (Selbst- oder Fremdgefährdung)
  • Bewältigung psychosozialer Problemlagen
  • Unterstützungsleistungen bei der Tagesstruktur, bei der Orientierung, bei der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte, bei der bedürfnisgerechten Beschäftigung im Alltag und bei der Kommunikation
  • Maßnahmen zur kognitiven Aktivierung
  • Unterstützungen zum Besuch des Kindergartens, der Schule, der Berufstätigkeit oder sonstiger Teilhabe am Arbeitsleben sowie Unterstützung zur Ausübung von Ämtern oder der Mitarbeit in Institutionen oder in vergleichbaren Bereichen gehören nicht zu den pflegerischen Betreuungsmaßnahmen.

Hilfen bei der Haushaltsführung

Nach § 18 Abs. 5a SGB XI

  • Kochen
  • Geschirr spülen, Einräumen
  • Wohnungsreinigung, Aufräumen
  • Beheizen der Wohnung
  • Waschen und Wechseln der Wäsche und Kleidung
  • Einkaufen der Gegenstände des täglichen Bedarfs
  • Unterstützung bei der Regelung von finanziellen und behördlichen Angelegenheiten
  • Unterstützung bei der Nutzung von Dienstleistungen, z. B. Haushaltshilfen

Die Pflegebedürftigen sollen nicht nur passiv versorgt, sondern auch aktiv bei der Haushaltsführung unterstützt werden. Die vollständige Übernahme von Aktivitäten im Rahmen der Haushaltsführung ist hierbei nicht ausgeschlossen.


Weitere Informationen: | Pflegegeld |


Nutzen Sie CareIO.de für die Ermittlung Ihres Hilfebedarfs

Das Pflegeportal CareIO.de bietet Betroffenen mehrere Möglichkeiten, um ihren persönlichen Hilfebedarf zu ermitteln. Nach der Beantwortung eines umfassenden Fragenkatalogs werden passende Angebote für die individuellen Anforderungen aufgeführt. Daneben besteht auch die Möglichkeit aus vordefinierten Bedarfsfällen eine Auswahl zu treffen, um für häufig vorkommende Lebenssituationen passende Hilfsangebote zu erhalten. In einer übersichtlich strukturierten Angebotsauswahl können alle verfügbaren Hilfsangebote auch direkt ausgewählt werden.

Nach der Registrierung eines Benutzerkontos auf www.careio.de können die Daten des individuellen Hilfebedarfs gespeichert und weiter bearbeitet werden. Es ist u. a. möglich, Anbieter für die Leistungserbringung auszusuchen und die Einsätze und Kosten zu planen. Sehr nützlich sind auch die Ausgabemöglichkeiten (PDF-Format), die auf dem Pflegeportal CareIO.de zur Verfügung stehen: z. B. das Pflegebuch mit allen aktuellen pflegerelevanten Daten, die im Benutzerkonto gespeichert sind oder der aktuelle Ausdruck des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) und einiges mehr. Patienten, die keine Pflegeberatung wünschen, können den Medikationsplan auf CareIO-Medic.de nutzen.

Weitere Informationen zum Pflegeportal:

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Weitere Informationen zum Medikationsplan:

| Wie funktioniert CareIO-Medic | Medikationsplan | AMTS | Benutzerkonto | Gutschein-Code |


Außerhalb des Pflegeportals auf wichtige Daten zugreifen

Das persönliche Pflegebuch ist digital im PDF-Format abrufbar und basiert auf den Angaben, die für einen Anwender in seinem CareIO-Benutzerkonto gespeichert sind. Es beinhaltet alle pflegerelevanten Daten sowie die Kontaktdaten der Ansprechpartner und kann von Ihnen oder – Ihre Einwilligung vorausgesetzt – auch von Ihrem Pflegeberater oder Ihrem Pflegedienst aktualisiert und ausgedruckt werden.

Ein ausgedrucktes Pflegebuch ist genauso wie der Ausdruck des bundeseinheitlichen Medikationsplans ein „Papier-Backup“ des digitalen Datenbestands. Dies kann wichtig sein, wenn die Internetverbindung einmal unterbrochen sein sollte oder Sie neue Zugangsdaten beantragt haben, z. B. weil Sie Ihr Passwort vergessen haben und deshalb eine gewisse Zeit nicht auf Ihre digitalen Daten zugreifen können. Um die Sicherheit bei der Übertragung und Speicherung Ihrer Daten brauchen sich die Anwender von CareIO nicht zu sorgen – wir erfüllen aktuelle Sicherheitsstandards.