Verhinderungspflege

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Verhinderungspflege

  • Verhinderungspflege kann bei Vorliegen der Voraussetzungen ohne Angabe eines Grundes für max. 42 Kalendertage beantragt werden, das Pflegegeld wird bis zu 6 Wochen hälftig weiterbezahlt.
  • Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 – 5 haben Anspruch auf Verhinderungspflege, wenn sie seit mindestens sechs Monaten (Vorauspflege) durch eine private Pflegeperson versorgt wurden und diese vorübergehend verhindert ist.
  • Wenn der Pflegebedürftige ausschließlich über einen ambulanten Pflegedienst versorgt wird, kann keine Verhinderungspflege beantragt werden.

Ansprüche je Kalenderjahr:

Pflegegrad 1
Pflegegrad 2 – 5
125 Euro

Der Entlastungsbetrag kann für die
Verhinderungspflege eingesetzt werden.

1.612 Euro

bei zusätzlicher Übertragung von max. 50 % des Kurzzeitpflegeanspruchs bis zu

2.418 Euro

(wenn im laufenden Kalenderjahr noch der volle Anspruch auf Kurzzeitpflege besteht)

Die Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung nach § 39 SGB XI und kann durch gewerbliche Dienstleister oder andere Personen erbracht werden. Der Anspruch auf Verhinderungspflege ist nicht auf eine einzelne Pflegeperson bezogen. Personen, die die Verhinderungspflege ausführen, müssen keine gelernten Pflegekräfte sein. Die Pflegepersonen müssen nicht zwingend einen Grund für die Inanspruchnahme einer Verhinderungspflege angeben. Die Verhinderungspflege muss nicht im Voraus beantragt werden. Der Anspruch besteht auch dann, wenn der Antrag erst im Nachgang gestellt wird (Quittungen, Abrechnungen und Belege sammeln und mit dem Antrag bei der zuständigen Pflegekasse einreichen).

 

Verwandt oder verschwägert

Für Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm/ihr in häuslicher Gemeinschaft leben, beträgt der maximale Verhinderungspflegeanspruch je Kalenderjahr:
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
125 Euro

Der Entlastungsbetrag kann für die
Verhinderungspflege eingesetzt werden.

474 Euro
817 Euro
1.092 Euro
1.351 Euro

Wenn eine Pflegeperson die Verhinderungspflege durchführt, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert ist oder mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft lebt, ergibt sich ein maximaler Anspruch auf Verhinderungspflege in Höhe des 1,5fachen monatlichen Pflegegeldes, wenn noch ein Anspruch auf Verhinderungspflege für sechs Wochen besteht.

Zusätzlich werden noch die Aufwendungen der Verhinderungspflegeperson (Verdienstausfall, Fahrtkosten) bis zum kalenderjährlichen Leistungshöchstanspruch erstattet.

Verwandte bis zum 2. Grad (nach § 1589 BGB) sind: Eltern, Großeltern, Kinder, Enkelkinder und Geschwister.

Verschwägerte Personen bis zum 2. Grad (§ 1590 BGB) sind: Stiefeltern, Schwiegereltern, Ehefrau/Ehemann des Großvaters/der Großmutter, Stiefgroßeltern, Stiefkinder, Schwiegerkinder (Schwiegersohn / Schwiegertochter), Stiefenkelkinder, Ehefrau/Ehemann des Enkels, Schwager und Schwägerin.

 

Vorauspflege

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5 haben Anspruch auf Verhinderungspflege, wenn sie seit mindestens sechs Monaten (Vorauspflege) durch eine private Pflegeperson (Angehörige oder andere nahestehende Personen) versorgt wurden und diese vorübergehend verhindert ist. Der Beginn der Pflegezeit wird zumeist mit dem Zeitpunkt der Zuerkennung des Pflegegrades gleichgesetzt. Wenn erneut der Fall eintritt, dass eine Verhinderungspflege erforderlich ist, entfällt die sechsmonatige Wartezeit.

 

Der Verhinderungspflegeanspruch kann z. B. eingesetzt werden für:

– die Kosten für den ambulanten Pflegedienst,
– die Kosten für eine stationäre Pflegeeinrichtung,
– die Fahrtkosten für Privatpersonen,
– den Verdienstausfall von Privatpersonen.
 

Pflegegeld und Verhinderungspflege

Wenn vor der Inanspruchnahme der Verhinderungspflege bereits Pflegegeld oder Kombinationsleistungen (Pflegegeld und Pflegesachleistungen) beansprucht wurden, werden bei der regulären Verhinderungspflege während der Pflegezeit bis zu 50 % des Pflegegelds weiterbezahlt. Das Pflegegeld für den ersten und den letzten Tag der Verhinderungspflege wird in voller Höhe gewährt.

Reguläre Verhinderungspflege

Wenn die Verhinderungspflege 8 Stunden pro Tag oder länger dauert, wird das Pflegegeld für die Zeit der Verhinderungspflege gekürzt und die verbrauchten Tage werden auf den Anspruch der zeitlich begrenzten regulären Verhinderungspflege angerechnet (42 Kalendertage pro Kalenderjahr).

Wichtig: Hierbei ist es nicht entscheidend, wie lange ein Pflegedienst oder eine Privatperson die Verhinderungspflege ausübt, sondern wie lange die regulär pflegende(n) Person(en) abwesend sind.
Stundenweise Verhinderungspflege

Wenn die Dauer der Verhinderungspflege pro Tag weniger als 8 Stunden beträgt, handelt es sich um eine stundenweise Verhinderungspflege.

Das Pflegegeld wird während einer stundenweisen Verhinderungspflege unverändert weitergewährt.

Eine Verhinderungspflege, die weniger als 8 Stunden pro Tag dauert, wird nicht auf den Anspruch der zeitlich begrenzten regulären Verhinderungspflege angerechnet (42 Kalendertage pro Kalenderjahr).

Vorteilhafter ist es also eine stundenweise Verhinderungspflege von nicht mehr als 7 Stunden und 59 Minuten in Anspruch nehmen.
 

Leistungszeitraum

Der maximale Leistungszeitraum für Verhinderungspflege beträgt 6 Wochen (42 Tage) je Kalenderjahr.

Die Zeiten, die den Pflegebedürftigen zustehen, können komplett auf einmal oder in Teilabschnitten von Wochen, Tagen oder auch nur Stunden in Anspruch genommen werden. Die Leistungszeiträume der tageweisen Verhinderungspflege werden auf die maximale Leistungsdauer der Verhinderungspflege angerechnet. Wenn die Verhinderungspflege nur stundenweise in Anspruch genommen wird, werden die Tage, an denen die Verhinderungspflege nur stundenweise erbracht wurde, nicht auf die maximale Leistungsdauer angerechnet.

Wenn die Pflegeperson mindestens acht Stunden ausfällt, handelt es sich um eine tageweise Verhinderungspflege. Wenn die Pflegeperson weniger als acht Stunden ausfällt, handelt es sich um eine stundenweise Verhinderungspflege. Es wird nach der Dauer des Ausfalls der Pflegeperson und nicht nach der Dauer der in Anspruch genommenen Verhinderungspflege bewertet, ob es sich um eine tageweise oder eine stundenweise Verhinderungspflege handelt. Wenn die Pflegeperson z. B. acht Stunden ausfällt und nur für vier Stunden eine Verhinderungspflege beansprucht wird, handelt es sich um eine tageweise und nicht um eine stundenweise Verhinderungspflege.

 

Kombinationsleistung

Die Verhinderungspflege kann mit der Kurzzeitpflege kombiniert werden.

Wie auch bei der Kurzzeitpflege sind der Anspruchsbetrag und die Dauer der Verhinderungspflege begrenzt. Der Verhinderungspflegeanspruch ist erschöpft, wenn der Betrag verbraucht ist oder die maximale Dauer von sechs Wochen pro Jahr erreicht ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den unverbrauchten Leistungsbetrag aus der Kurzzeitpflege in Höhe von bis zu 806 EUR zu übertragen. Damit kann Verhinderungspflege in Höhe von bis zu 2.418 EUR je Kalenderjahr beansprucht werden. Der Leistungsanspruch auf Kurzzeitpflege verringert sich entsprechend, wenn der unverbrauchte Anspruch für die Verhinderungspflege genutzt wird.

Auf CareIO.de können Interessierte kostenlos einen Account erstellen, um den Hilfebedarf von Betroffenen zu ermitteln, die Leistungen zu planen und die Verteilung der Ansprüche bei Kombinationsleistung zu ermitteln.

 

Pflege im Ausland

Wenn die Verhinderungspflege vorübergehend im Ausland erbracht wird, können hierfür die Kosten ebenfalls im Rahmen des § 39 SGB XI erstattet werden. Es spielt hierbei keine Rolle, ob sich die Pflegeperson, die die Verhinderungspflege durchführt, bereits im Ausland befindet oder ob diese mit anreist. Diese Regelung gilt weltweit.


Weitere Informationen: | Kurzzeitpflege |


Nutzen Sie CareIO.de für die Ermittlung Ihres Hilfebedarfs

Das Pflegeportal CareIO.de bietet Betroffenen mehrere Möglichkeiten, um ihren persönlichen Hilfebedarf zu ermitteln. Nach der Beantwortung eines umfassenden Fragenkatalogs werden passende Angebote für die individuellen Anforderungen aufgeführt. Daneben besteht auch die Möglichkeit aus vordefinierten Bedarfsfällen eine Auswahl zu treffen, um für häufig vorkommende Lebenssituationen passende Hilfsangebote zu erhalten. In einer übersichtlich strukturierten Angebotsauswahl können alle verfügbaren Hilfsangebote auch direkt ausgewählt werden.

Nach der Registrierung eines Benutzerkontos auf www.careio.de können die Daten des individuellen Hilfebedarfs gespeichert und weiter bearbeitet werden. Es ist u. a. möglich, Anbieter für die Leistungserbringung auszusuchen und die Einsätze und Kosten zu planen. Sehr nützlich sind auch die Ausgabemöglichkeiten (PDF-Format), die auf dem Pflegeportal CareIO.de zur Verfügung stehen: z. B. das Pflegebuch mit allen aktuellen pflegerelevanten Daten, die im Benutzerkonto gespeichert sind oder der aktuelle Ausdruck des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) und einiges mehr. Patienten, die keine Pflegeberatung wünschen, können den Medikationsplan auf CareIO-Medic.de nutzen.

Weitere Informationen zum Pflegeportal:

| Was ist CareIO | Testen Sie CareIO | Benutzerkonto | Gutschein-Code | Beratung anfordern |

Weitere Informationen zum Medikationsplan:

| Wie funktioniert CareIO-Medic | Medikationsplan | AMTS | Benutzerkonto | Gutschein-Code |


Sicherheit im Umgang mit Medikamenten

Der digitale Medikationsplan von CareIO kann zur Reduktion von Medikationsfehlern und somit zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung genutzt werden. Auf Basis der Daten des Medikationsplans können die Arzneimittel von den Apotheken individuell für jeden Patienten portioniert und verpackt werden – dies erhöht die Sicherheit bei der Medikamentengabe und ist eine Erleichterung für die Pflegenden. Auch die Pflegebedürftigen können durch die Portionierung und die individuelle Beschriftung ihre Medikation besser erkennen.

Dieses Verfahren wird „VERBLISTERN“ genannt und wird vermehrt von Apotheken angeboten. Mithilfe dieser Form der Arzneimittelversorgung ist es möglich, einen hohen Grad an Sicherheit und Qualität bei der Bereitstellung und Verteilung von Medikamenten zu erreichen und damit die Lebensqualität für die Patienten bzw. Pflegebedürftigen zu verbessern.