Entlastungsbetrag

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Entlastungsbetrag – zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

  • Pflegende Angehörige sollen mit dem Entlastungsbetrag entlastet und/oder beraten werden.
  • Pflegebedürftige sollen mit dem Entlastungsbetrag gefördert werden, um so lange wie möglich im häuslichen Umfeld ihren Alltag selbstständig zu bewältigen und soziale Kontakte pflegen zu können.
  • Einheitlicher Anspruch von bis zu 125 Euro monatlich bei Pflegegrad 1 – 5

Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad von 1 bis 5, die im häuslichen Umfeld gepflegt werden, haben nach § 45b SGB XI und § 45a SGB XI einen einheitlichen Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich.
Zum häuslichen Umfeld zählen die eigene
Wohnung des Pflegebedürftigen, die Wohnung der Pflegeperson, eine Altenwohnung oder Betreutes Wohnen.

Der Entlastungsbetrag ist zweckgebunden einzusetzen für Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger und vergleichbar Nahestehender in ihrer Eigenschaft als Pflegende sowie zur Förderung der Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags.

Diese Leistungen können abgerechnet werden:

Der Entlastungsbetrag dient der Erstattung von Aufwendungen, die den Versicherten entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen aus den Bereichen:

Tages- oder Nachtpflege

Aufstocken der Regelleistung teilstationäre Tagespflege oder Nachtpflege oder Erstattung von Eigenanteilen im Rahmen der teilstationären Pflege.

Kurzzeitpflege

Aufstocken der Regelleistung Kurzzeitpflege oder Erstattung von Eigenanteilen im Rahmen der Kurzzeitpflege.

Ambulante Pflegedienste

Kosten für die Leistungen der Pflegedienste im Sinne des § 36 SGB XI.

In den Pflegegraden 2 bis 5 kann der Entlastungsbetrag für die Leistungen der Pflegedienste im Bereich der Selbstversorgung nicht verwendet werden, da diese über die Pflegesachleistungen finanziert werden.

In Pflegegrad 1 kann der Entlastungsbetrag für die Leistungen der Pflegedienste im Bereich Körperpflege (Grundpflege z. B. An- und Auskleiden, große Toilette, kleine Toilette usw.) verwendet werden, da Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen haben.

Nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI

Angebote zur Unterstützung im Alltag sind sogenannte niedrigschwellige Entlastungsleistungen, die eine spezielle Anerkennung nach dem jeweiligen Landesrecht haben. Zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag zählen unter anderem:

Betreuungsgruppen für demenziell erkrankte Menschen

Helferinnen-/Helferkreise zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger im häuslichen Bereich

Tagesbetreuung in Kleingruppen oder Einzelbetreuung durch anerkannte Helferinnen/Helfer

Agenturen zur Vermittlung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sowie vergleichbar nahestehende Pflegepersonen

familienentlastende Dienste sowie Alltagsbegleiter und Pflegebegleiter.

Der Entlastungsbetrag muss beantragt werden

Der Entlastungsbetrag ist eine zweckgebunde Sachleistung, die beantragt werden muss und nicht pauschal an die Pflegebedürftigen ausgezahlt wird. Der Antrag auf Kostenerstattung muss nicht vor Inanspruchnahme der Leistungen gestellt werden. Der Antrag kann auch im Nachgang zusammen mit den Nachweisen (Abrechnungen, Quittungen und Belegen) bei der Pflegekasse eingereicht werden. Eine Erstattung erfolgt nur für die tatsächlich erbrachten Leistungen. Kosten, die den Entlastungsbetrag überschreiten, müssen von den Pflegebedürftigen selbst getragen werden.

Abtretungserklärung an den Pflegedienst

Mit einer Abtretungserklärung kann der Betreuungs- oder Pflegedienst auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Die Pflegebedürftigen müssen dann nicht mehr in Vorleistung gehen. Lassen Sie sich in diesem Fall Rechnungskopien von Ihrem Dienstleister ausstellen, damit Sie genau wissen, wie viel Leistungen Sie bereits in Anspruch genommen haben und ob korrekt abgerechnet wurde.

Nichtbeanspruchte Beträge sammeln

Der Entlastungsbetrag muss nicht jeden Monat aufgebraucht werden.
Es besteht die Möglichkeit, die Beträge über mehrere Monate zu sammeln.

Wenn beispielsweise von Januar bis November der Entlastungsbetrag nicht beansprucht wurde, können damit bei einer Kurzzeitpflege im Dezember die Tagessätze für Unterkunft und Verpflegung bezahlt werden. Es ist nicht möglich, den Entlastungsbetrag im Voraus zu beanspruchen. Wenn der Entlastungsbetrag in einem Kalenderjahr nicht voll ausgeschöpft wird, kann der nicht verbrauchte Betrag in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden und bis zum 30.6. beansprucht werden.

Wenn Mittel der Verhinderungspflege eingesetzt werden

Der Entlastungsbetrag kann auch beansprucht werden, wenn für die Pflege Mittel der Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI eingesetzt werden. Die Pflegebedürftigen erhalten die Kostenerstattung in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich von der zuständigen Pflegekasse oder dem zuständigen privaten Versicherungsunternehmen sowie, im Fall der Beihilfeberechtigung, anteilig von der Beihilfefestsetzungsstelle auf Antrag und gegen Vorlage entsprechender Belege über entstandene Eigenbelastungen.

Besitzstandsregelung

Diese ist relevant für Pflegebedürftige mit erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz, die mit der neuen Regelung des Pflegestärkungsgesetztes II finanzielle Einbußen hätten. Da nach der Überleitung in die neue Pflegegrade keiner schlechter gestellt werden darf, gilt für Pflegebedürftige, die bis 31.12.2016 Anspruch auf den erhöhten Betrag in Höhe von 208 EUR monatlich hatten, die Besitzstandsregelung.

Es ergibt sich ggf. ein Anspruch auf einen Zuschlag in Höhe von 83 Euro zum Entlastungsbetrag. Voraussetzung ist, dass die Höchstleistungsansprüche für die Pflegesachleistung, das Pflegegeld und die Tages- und Nachpflege ab dem 01.01.2017 nicht jeweils mindestens 83 Euro höher sind, als im Vergleich zu den Leistungssätzen in 2016. Dies betrifft jedoch nur Pflegebedürftige mit einer erhöhten Einschränkung der Alltagskompetenz, die bis zum 31.12.2016 Pflegesachleistungen im Rahmen der Härtefallregelung (1.995 EUR monatlich) erhalten haben.


Nutzen Sie CareIO.de für die Ermittlung Ihres Hilfebedarfs

Das Pflegeportal CareIO.de bietet Betroffenen mehrere Möglichkeiten, um ihren persönlichen Hilfebedarf zu ermitteln. Nach der Beantwortung eines umfassenden Fragenkatalogs werden passende Angebote für die individuellen Anforderungen aufgeführt. Daneben besteht auch die Möglichkeit aus vordefinierten Bedarfsfällen eine Auswahl zu treffen, um für häufig vorkommende Lebenssituationen passende Hilfsangebote zu erhalten. In einer übersichtlich strukturierten Angebotsauswahl können alle verfügbaren Hilfsangebote auch direkt ausgewählt werden.

Nach der Registrierung eines Benutzerkontos auf www.careio.de können die Daten des individuellen Hilfebedarfs gespeichert und weiter bearbeitet werden. Es ist u. a. möglich, Anbieter für die Leistungserbringung auszusuchen und die Einsätze und Kosten zu planen. Sehr nützlich sind auch die Ausgabemöglichkeiten (PDF-Format), die auf dem Pflegeportal CareIO.de zur Verfügung stehen: z. B. das Pflegebuch mit allen aktuellen pflegerelevanten Daten, die im Benutzerkonto gespeichert sind oder der aktuelle Ausdruck des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) und einiges mehr. Patienten, die keine Pflegeberatung wünschen, können den Medikationsplan auf CareIO-Medic.de nutzen.

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